Auf der Suche

Veröffentlicht: Oktober 20, 2008 in Gedanken, Leben
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Jeder ist auf der Suche. Ob nun zum Glück, zu einem Ausweg, zur Liebe, zu einer Lösung, zum Sinn oder zum Schnäppchen.

Ich war auf der Suche nach meinem leiblichen Vater. Er wiederum war auf der Suche nach dem Sinn des Lebens.

Als ob er es vorher wusste, hat er angefangen ein Tagebuch zu schreiben mit dem (nur 3seitigem Inhalt) was sein Sinn des Lebens sei. Das er manchmal traurig ist und das man manchmal nicht weiss wer man selber ist. Kurz danach hatte er einen Autounfall, lag fast 3 Jahre im Wachkoma und starb dann.

Sein Leben war bunt und aufregend. Gerade in den wilden 60ern war das Leben anders als es heute ist. Er war auf der Suche und kam dabei viel herum. In Indien, Asien, Jerusalem, Griechenland und so weiter begegnete er Menschen und deren Kultur. Seine Fotos aus diesen Ländern sind unbeschreiblich gut gemacht und sehr beeindruckend.

In Berlin war das „Haus des Buddhismus“ ein oft besuchtes Zentrum für ihn um Ruhe und Ausgleich zu finden. Sein orangenes Gewand habe ich nun „geerbt“. Riechen tut es aber eher nach altem Stoff.

Hier habe ich mal ein Bild von ihm von einer seiner Reisen.

Es war für mich sehr aufregend zu sehen und zu hören wo er überall war und was er erlebte. Ich habe mir schon vor Jahren gedacht das ich auch in diese Gegend möchte. Nach meinem Studium werde ich auf jeden Fall eine längere Reise in diese Länder machen. Ich denke die Natur dort, die Menschen und deren Kultur ist wirklich sehr Interessant und die Spiritualität ist sehr deutlich zu spüren. Ich denke das sich eine Reise dorthin bestimmt lohnen wird.

Für mich war es komisch nach dem Besuch einige Gegenstände von ihm von seiner Frau geschenkt zu bekommen. Es waren alles Gegenstände mit einem gewissen persönlichem Teil von ihm.

Das orangene Gewand mit den dazugehörigen orangenen Hemden, ein Windspiel, ein Super8 Schnittplatz und Projektor und einige Bücher von Ram Dass wobei er an einem persönlich beteiligt war (Sein Name wird im „Dank an“ Text erwähnt)… Für Interessierte: Es ist das Buch: „Sei jetzt hier“

http://www.amazon.de/Sei-jetzt-hier-Ram-Dass/dp/3922610005

Für mich war es komisch, denn diese Gegenstände lagen plötzlich bei mir im Wohnzimmer. Aber ich kenne keine Geschichte dazu. Die Dinge können mir nichts sagen. So gerne hätte ich etwas von ihm selber zu den Dingen erzählt bekommen. Das hat mich ein wenig traurig gemacht an diesem Tag.

Der Besuch an seinem Grab war für mich irgendwie ohne Gefühle. Ich sah auf das Grab, welches sich im Vergleich zu den meisten anderen mit schwarzen blankpolierten Grabplatten durch ein groben Naturstein mit einer Weinrebe eingearbeitet unterschied, aber ich fühlte nichts. Das Grab ist leer. Für mich ist dort nichts was mich verbindet. Stein, Erde, Blumen, wohl ein verotteter Sarg, aber nichts was mich berühren könnte. Ein Grab ist für mich nur etwas für die Hinterbliebenen. Aber die Nähe seiner Seele, die spühre ich woanders als auf diesem Friedhof…

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Kommentare
  1. Anonymous sagt:

    Liebe Grüße aus dem Augenblick der Ewigkeit.

    ICH bin der, den ich lieb`; Er, den ich liebe,
    Ist ich-zwei Geister, doch in einem Leibe.
    Und wenn du mich siehst, hast du Ihn gesehen,
    Und wenn du Ihn siehst, siehst du uns beide!

  2. rainer sagt:

    Schöner Post. Danke, dass Du Deine Annäherung an Deinen Vater hier teilst… LG Rainer

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