Es ist schön, davon wenig zu haben

Veröffentlicht: März 28, 2009 in Gedanken, Kopfmüll
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dagobert_duck_geld

Letztens sah ich im Fernsehen eine Reportage über einen Mann, dessen Vermögen weit über 900 Millionen Euro betrug. Seine Lieblingsbeschäftigungen sind das Häuserkaufen, Promipartys geben, mit der Jacht am Strand entlangfahren oder sich alles kaufen was einem gerade so einfällt, in doppelter Ausführung. Das Lebensmotto könnte heißen: „Viel“ oder „Alles“

Ich beneide diese Menschen nicht. Sie tun mir zwar auch nicht leid aber ich beneide sie nicht. Wie muss sich das anfühlen sich alles leisten zu können? Ich meine, klar, jeder der auf einen Schlag einen riesen Haufen Geld geschenkt bekommen würde, der würde erst einmal seine größten Wünsche erfüllen. Oder eben Kleinigkeiten besorgen, die er schon immer haben wollte. Aber wie geht es dann weiter. die Ansprüche wachsen, man findet immer wieder noch etwas besseres. Unsere Konsumwelt, die Werbung, unsere Umwelt macht es uns ja leicht, immer wieder Wünsche zu bekommen. Das ganze ist ein ewiger Kreislauf. Ist es das Wohlfühl-Gefühl nach dem man etwas gekauft hat? Ist es der Jäger und Sammler in uns? Wollen wir uns immer wieder belohnen? Auf der Suche nach dem Kick. Geld spielt dann keine Rolle mehr. Ob es nun 20€ oder 2000€ kostet. einmal gekauft ist es schon wieder Wertloser als vor dem Kauf.

Ich stelle mir vor, meine bescheidene Plattensammlung vertausendfacht sich in einer Sekunde durch einen Wahnsinnskauf bei Ebay – denn Geld hätte ich genug. Keine einzige Platte hätte eine Geschichte wie ich sie bekommen habe. Ich könnte nicht mal jede hören, denn so viel auf einmal ist einfach zu viel…

Komisch. Mich macht wenig glücklich. Das Gefühl, wenig zu haben ist schon etwas sonderbares.  Es ist schön etwas Wertschätzen zu können.

Natürlich kauft man Dinge, aber es kommt eben darauf an, wie man es tut.

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Kommentare
  1. Lisa sagt:

    Meinst du das wirklich so oder hast es nur so „dahergeschrieben“?

    Wenn du das ernst meinst, dann sind deine Gedanken top!

  2. Marvin sagt:

    Es gibt Menschenrechte für Menschen mit oder ohne Geld.

    Manche Menschen können mit Geld umgehen, manche nicht.

    Würdest du eine Welt ohne Geld vorschlagen? Ich kann mir eine Welt ohne Geld nicht vorstellen. Ohne Geld könne wir uns nicht ernähren. Man muss arbeiten, wenn man leben will.

    gez. BOJD

  3. Benny sagt:

    @ Lisa: Ich schreibe nichts einfach daher 🙂 Das mein ich so wie es ist

    @ BOJD:
    Menschenrechte werden mit Füßen getreten. Nicht nur in der dritten Welt. Menschen müssen sterben weil Menschenrechte nur Worte auf Papier sind. Siehe dazu nur ein kleines Beispiel: http://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkermord_in_Ruanda
    oder:
    http://projects.brg-schoren.ac.at/nationalsozialismus/menschenrecht.html
    aber soviel dazu.

    Das der eine mit Geld mehr anfangen und umgehen kann als der andere ist klar, aber hat nichts mit dem zu tun was ich meine.
    Das du Dir eine Welt ohne Geld nicht mehr vorstellen kannst ist klar. Das können die meisten nicht mehr! Wie auch. Wir wurden ja so sozialisiert und geprägt.

    aber: Brauchst du Geld um Glücklich zu sein? Das ist die Frage!
    Man kann sich selbst versorgen ohne ins Kaufhaus zu rennen. Mein Garten und meine Tiere geben mir das was ich brauche. Ich gehe mit meiner Nahrung bewusst und respektvoll um. Ich freue mich das meine Tomaten richtig geil groß werden. Freust du dich das du große Tomaten kaufst? Die meisten freuen sich das die großen Tomaten billig sind. Das ist der feine Unterschied. Mich macht Geld nicht Glücklich, Klar gibt es keine Welt ohne Geld. Warum auch nicht. aber es macht nicht Glücklich. Denn wahres Glück kommt von innen. Aus deinem Herzen. Und dort gibt es keinen Schlitz wo du den Euro rein wirfst. Glück erfährst du erst wenn du loslassen kannst. Von all dem Konsum, all dem Materiellen, der vermeintlich Glücklich macht. So sagen es zumindest die, die ihre Güter verkaufen.
    Wenn du dein Ipod weglegst, deine Simkarte aus dem Handy wirfst, dein Fernseher aus lässt, dein dickes Auto verkaufst, wirst du trotzdem nicht unglücklicher werden, denn all das Materielle ist nur oberflächlich Glück-spendend. Klar befriedigt es einen im ersten Moment, doch dann musst du wieder was neues haben um das Glücksgefühl hoch zu halten. Ein ewiger Kreislauf. Und der Kostet Geld und Energie. Dabei ist es schön, wenig zu haben. Denn wenig zu haben kann richtig viel sein, wenn du von dem Wenig das richtige hast 😉
    Verstehst du was ich meine 😉 🙂

  4. Mona sagt:

    Ich liebe diesen Eintrag !

    🙂

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